Die Tricks der Zahlenjongleure

Von Peter Baier

Ich gebe zu, ich folge Karl Lauterbach (SPD), der „Corona“-Warnsirene auf zwei Beinen, auf Twitter. Das kam gerade rein:

(Quelle)

Warum wird das hier auf einer Seite gezeigt? Sehr einfach: Weil hier auch mal wieder ein perfides Spiel mit Zahlen getrieben wird.  Zuerst einmal ist die Zahl von 700.000 angeblich „Coronatoten“ natürlich erschreckend. Das ist etwas weniger als Menschen z. B. in Frankfurt am Main wohnen (749.000). Wenn man an diesem Punkt, wie viele Leute das leider tun, aufhört zu denken, bleibt es bei dem, was Politiker wie Lauterbach erreichen wollen. Die Leute werden auf einer emotionalen Ebene abgeholt, sind schockiert und dadurch leichter manipulierbar.

Der „Trick“ dieser perfiden „Zahlenjongleure“ wie Lauterbach (bzw. der linken „New York Times“, von der das Bildchen stammt), besteht darin, keine Bezugsgrößen zu nennen. Nur absolute Werte, keine relativen. Denn wenn man diese Zahl 700.000 auf andere Zahlen bezieht („normiert“ wie man als Naturwissenschaftler zu sagen pflegt), sieht das Ergebnis ganz anders aus.

Beispiel 1: Normierung auf die Einwohnerzahl der USA:

Die USA haben derzeit ca. 330.000.000 Einwohner. Fragt man sich also, wie viel Prozent der Einwohner der Vereinigten Staaten von Amerika an „Covid-19“ verstorben sind, ergibt sich der Wert von

700.000 / 320.000.000 = 0,22%

Das ist keine hohe Sterblichkeit bezogen auf die Gesamteinwohnerzahl. Punkt.

Beispiel 2: Normierung auf die Zahl der „Covid-19“-Fälle

In den USA sind bis heute ca. 43,5 Mio. Fälle an Covid-19 registriert. Führt man die gleiche Rechnung nun anstatt auf die Einwohnerzahl auf die Fallzahl durch, ergibt sich die sog. „Fallsterblichkeitsrate“ (CFR, case fatality rate):

700.000 / 43,5.000.000 = 1,54%

Der Wert ist auch noch überschaubar, und, vor allem, er ist falsch! Denn die CFR für Covid-19 liegt nach Schätzungen (u. a. von Ionnanidis et al.) im Bereich zwischen 0,1 und 0,2%. Mit 1,54% liegt der Wert also um eine Zehnerpotenz zu hoch. Die Ursache? Ganz klar: Es ist weder exakt definiert, was ein „Coronatoter“ ist, noch was ein „Fall“ von Covid-19 ist. Derjenige, der nach einem Unfall post mortem einen positiven PCR-Test hat ist genau so ein „Coronatoter“ wie jener, der im Krankenhaus an einem Herzinfarkt verstirbt aber bei seiner Einweisung getestet wurde und ebenfalls „positiv“ war. Die Fälle, wo Covid-19 kausal für das Ableben war, sind nach Schätzungen von Wissenschaftlern deutlich niedriger als angegeben. MAn geht laut dem amerikanischen Center for Disease Control (CDC) von einer Quote von 6% „realen“ „Corona“-Toten aus.

„Junk-Science“

Unter „Junk-Science“ versteht man unseriöse Wissenschaft aller Art. Und die hat heute Hochkonjunktur. Ein Beispiel aus der Onlineausgabe der „FAZ“ vor einigen Tagen:

(Quelle)

Forscher der Uni Kassel wollen durch eine Simulation herausgefunden haben, dass Coronaviren sich abtöten lassen, wenn man sie in elektrische Felder einbringt. Zuerst frage ich mich: Wenn ein Virus gar nicht lebt, wie kann man es töten? Aber halten wir uns nicht mit Haarspalterei auf. Weiter wird ausgesagt, dass bereits die elektrische Spannung einer einfachen Batterie (ich nehme an eine der handelsüblichen „AAA“-Zellen mit 1,5V Leerlaufspannung) dies  bewirken könne:

Forscher aus Kassel haben herausgefunden, dass Coronaviren durch elektrische Spannung unschädlich gemacht werden könnten. Bereits mit einfachen Batterien könne der erforderliche Wert erreicht werden.(ebd.)

Und jetzt kommt die Crux:

Schon eine Feldstärke von 0,0001 Volt je Nanometer genüge, um das Spike-Protein zu schädigen.(ebd.)

0,0001V ist ja nun sehr wenig, meint man zumindest beim oberflächlichen Lesen. Der Trick: Man bezieht den Wert 0,0001V auf einen Nanometer, also 1 Milliardstel Meter. OK, und jetzt kommt etwas zum Verständnis notwendige Physik, denn der Autor war mal, im früheren Leben, Physiklehrer:

Die elektrische Feldstärke E wird definiert als Spannung U dividiert durch Entfernung d (E=U/d). Rechnet man den Wert von 0.0001V/nm nun um auf die Normeinheit von Volt pro Meter (V/m) um (durch Multiplikation mit 10⁹), ergibt sich plötzlich eine Feldstärke von 100.000 Volt pro Meter. Und das ist schon richtig knackig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der Wert ist in etwa jener Bereich, wo die Feldstärke so hoch ist, dass es langsam anfängt zu blitzen. Richtig zur Ausprägung kommt ein Blitz dann ab etwa 1.000.000 V/m. Da knallt es dann schon mal.

Das war also nichts mit „einfacher Batterie“ zum Abtöten von „Corona“. Eine einfache Batterie schafft übrigens gerade mal um die 50V/m. Aber die Redakteure der großen Postillen verstehen diese Zusammenhänge offenbar nicht und drucken den Mist auch noch. Wird schon stimmen.

Fazit

Man muss immer wieder herausstellen: Lassen Sie sich nicht durch Zahlen täuschen! Politiker und die von ihnen abhängigen „Wissenschaftler“ tricksen, täuschen und lügen mit Zahlen. Zahlen haben etwas Quasiwissenschaftliches, sie sind folglich besonders gut geeignet, andere über den Tisch zu ziehen. So wie der Hütchenspieler das mit seinen drei Bechern macht. Man tendiert überdies dazu, Zahlen blind zu glauben. Wie diese Zahlen zu Stande kommen, bleibt oft im Dunkeln und wird nicht kommuniziert. Und wenn man Werte nicht in Bezug zu anderen Werten setzt, haben sie meistens keinerlei Aussagekraft. Zahlen sind nichts, wenn man kein Verständnis für sie aufbringt!

 

Autor: Peter Baier

Keine Lust mehr auf rot-grün!

4 Kommentare zu „Die Tricks der Zahlenjongleure“

  1. Der gute alte Dreisatz. Ich steh` drauf, so er doch mit dem einfachsten Mittel die Relatitätsrelativität aufzeigt.

    Dass die Gebrieften, Bösartigen, Lobbyisten und Römisch-Homosexuellen in dem Fall nur mit absoltuten Zahlen hantieren, ist doch auch klar.
    Dass die enthirnten Systemlinge den 3-Satz aus Selbstschutzgründen nicht auf die Plandemie anwenden möchten, ist doch auch klar. Ihre kleine Gehorsams- und-nachher-bekomme-ich-kein-Einkommen*-mehr-Welt könnte ja zusammenbrechen.

    *Anerkennung, Lohn, Beziehungen sowas halt.

    Ihr kleinen schmutzigen Systemlinge – Euer Lohn wartet auf Euch. Bückt Euch noch tiefer. Es geht noch tiefer. Bückt Euch. Und jetzt kniet Euch hin. Betet Eure maskierten C-19-Priester an.

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    1. „… Der gute alte Dreisatz. Ich steh` drauf, so er doch mit dem einfachsten Mittel die Relatitätsrelativität aufzeigt. …“
      Biddewas? Relativitätsrelativität? Verstehe ich nicht.

      Irgendwo in diesem Forum regte man sich vollkommen zurecht darüber auf, dass zunehmend Lehrer durch unqualifizierte Quereinsteiger ersetzt/ergänzt werden sollen. Ähnlich verhält es sich allerdings mit der Biostatistik, bzw. mit denen die sich ihrer bedienen. Biostatistik ist kein Dreisatz. Jedem Interessierten empfehle ich da mal Bayes Theorem und die bedingte Wahrscheinlichkeitsrechnung nachzulesen. Naturwissenschaftler normieren nämlich nicht nur, sie wählen auch ihre Modelle mit Bedacht und Verstand.

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      1. Es war ein Verschreiber. Realitätsrelativität ist gemeint. Bedeutung im obigen Zusammenhang: die Anwendung des Dreisatzes anstatt absoluter Zahlen relativiert die Realität bzw. lässt die Panikshow zusammenschmelzen.

        Beispiel „C“-„Tote“(CT):

        83.129.285 Ew = 100 %
        30.136 CT = 0,0363 %

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  2. Die elektrische Feldstärke E wird definiert als Spannung U dividiert durch Entfernung d (E=U/d). Rechnet man den Wert von 0.0001V/nm nun um auf die Normeinheit von Volt pro Meter (V/m) um (durch Multiplikation mit 10⁹), ergibt sich plötzlich eine Feldstärke von 100.000 Volt pro Meter. Und das ist schon richtig knackig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der Wert ist in etwa jener Bereich, wo die Feldstärke so hoch ist, dass es langsam anfängt zu blitzen. Richtig zur Ausprägung kommt ein Blitz dann ab etwa 1.000.000 V/m. Da knallt es dann schon mal.

    Anschauliches Beispiel, wie etwa Statistiken frisiert werden. Auf die oben dargelegte Weise „täuscht“ die Bundesregierung ununterbrochen, nicht nur bei Corona.

    Unabhängig davon aber sind viele Menschen tatsächlich so dumm, die Unterschiede nicht zu erkennen bzw. nicht rechnen zu können und Einheiten nicht zu kennen, um Verhältnisse zu verstehen. Dazu müsste man eben das Hirn einschalten und den eigenen Denkvorgang starten.

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