Briefe aus den Ministerien

Wenn „Bildungs“-Minister sich an ihre Untergebenen wenden, findet man in diesen Schreiben meistens sehr viel sinnloses Gerede, wortreiche Floskeln, intellektuell äußerst dürftige  Metaphern aber wenig verwertbare Information. Meistens lese ich diese Elaborate gar nicht, es ist reine Zeitverschwendung. Manchmal aber doch.

In einem Schreiben, mit dem sich die baden-württembergische Kultusministerin Schopper (GRÜN:INNEN_Xe) an die Lehrer in „Bade-Würtschleberg“ wendet, kann man aber die ganze Verwirrtheit und die Realitätsferne dieser „Spitzenpolitiker“ erkennen. Exemplarisch greife ich einige Passagen heraus:

In den letzten Wochen lag der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die positiv getestet bzw. in Quarantäne sind, relativ konstant zwischen 0,1 und 0,2 Prozent.

Ich musste das in der Tat dreimal lesen! Aufgrund von im artithmetischen Mittel 0,15% „positiver Tests“ bzw. „Quarantäne“ wird ein derartiges „Corona wird uns alle töten!„-Brimborium veranstaltet?

Wobei mir die aktuelle Regelung zum „Corona“-Wahnsinn im Nachbarland nicht bekannt ist. Es könnte nämlich sein, so wie der Panikmodus hier in Rheinland-Pfalz eine Zeitlang gefahren wurde, dass die unmittelbaren Nachbarpersonen  (also Banknachbarn etc.) eines angeblich „infizierten“ Schülers auch noch in Quarantäne mussten. Das würde die Zahl der wirklich „Infizierten“ nochmals absenken. Zumal man einbeziehen muss, dass der PCR-Test nach bereits vor längerer Zeit gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnis überhaupt nicht in der Lage ist, nachzuweisen, ob eine Testperson wirklich in der Lage ist, andere anzustecken. Summa summarum kann man davon ausgehen, dass sich die Zahl der wirklich infektiösen Kinder und Jugendlichen noch um eine oder zwei Zehnerpotenzen unterhalb der 0,1 oder 0,2% befindet. Wie viel Unkenntnis hat eigentlich auf so einem Ministersessel Platz?

Durch diese positive Entwicklung konnten wir in Abwägung mit den pädagogischen Argumenten unsere Schutzzäune etwas absenken und die Maskenpflicht im Unterricht zum 18. Oktober wieder aufheben.

Hier fragt man sich, ob sich die Dame diesen wortreichen Unsinn, den sie da über den Sender lässt, vor dem Abschicken überhaupt mal durchgelesen hat. Ich denke, sie hat es nicht getan. Wenn doch, wäre das fast noch schlimmer.

Viele Kinder und Jugendliche spüren nun ganz unmittelbar die pandemiebedingten Lernlücken, […]

Eine Erkältungswelle, die gerade mal 0,1 bis 0,2% der Schüler (und auch der Erwachsenen, ganz nebenbei bemerkt!) betrifft, ist keine „Pandemie“. DAS sollte man sich immer wieder klar machen. Besonders, wenn im angeblich „schlimmsten Jahr“ dieser „Pandemie“ wesentlich weniger Menschen starben als in anderen Jahren (Artikel).

Mit Blick auf die kalte Jahreszeit bitte ich Sie auch im Namen von Herrn Gesundheitsminister Manne Lucha von Herzen, zum Schutz unserer Kinder auch von den Auffrischimpfungen möglichst umfassend Gebrauch zu machen.

Wie haben wir uns früher „in der kalten Jahreszeit“ vor Ansteckung geschützt? Sich vernünftig anziehen, schauen, dass die Füße warm bleiben und und sich von den größten Triefnasen ferngehalten. Hat funktioniert. Aber der Terminus „Schutz der Kinder“ wirkt natürlich. Auch hier nur zur Erwähnung: Kinder und Jugendliche haben an „Corona“ den absolut geringsten Anteil. Von schweren Verläufen sind sie nur betroffen wenn ernsthafte Vorerkrankungen vorliegen. Die Überlebensrate liegt bei 99,9997%.

Die Boosterimpfung erhöht noch einmal deutlich den Infektionsschutz und leistet damit einen wichtigen Beitrag, um die Zahl der Impfdurchbrüche und der unbemerkten Infektionen an den Schulen über die Wintermonate möglichst gering zu halten.

Wenn ich diesen ministerialen Unsinn lese, frage ich mich, wie ich fast 60 Jahre alt werden konnte trotz der Tatsache dass ich noch nie in meinem Leben eine Impfung gegen eine Erkältung und schon gar keine „Boosterimpfung“ bekommen habe. Ich muss ein medizinisches Wunder sein. Ach ja, und wie toll „die Impfung“ wirkt, steht im Artikel von gestern.

https://lehrer-fuer-aufklaerung.de/uncategorized/boostern-bis-zum-umfallen-wenn-das-medikament-nicht-wirkt-muss-man-eben-den-druck-erhoehen/

Also, bleiben Sie mutig und leisten Sie weiter Widerstand! Irgendwann wird die Zeit des Irrationalismus zu Ende gehen. Und denken Sie stets an Immanuel Kant, von dem der Satz stammt: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit„. Leider ist es nicht jedem vergönnt, diesen Ausweg auch zu finden. Viele irren weiter umher im Labyrinth aus Mythen, unwissenschaftlichen Sichtweisen und der Ignoranz erwiesenen Fakten gegenüber. Sie glauben lieber, was man ihnen von der Kanzel herab verkündet. Im Prinzip ist das wie im Mittelalter. Das dann aber bekanntermaßen von der Zeit der Aufklärung, hier noch V1.0, beendet wurde.

 

 

Autor: Peter Baier

Keine Lust mehr auf rot-grün!

2 Kommentare zu „Briefe aus den Ministerien“

  1. Als ich vor einigen Jahren als junger Lehrer in Berlin zum ersten Mal eine Vollversammlung der Gewerkschaftsmitglieder miterlebte (es saßen viele hunderte Kollegen in einer riesigen Aula) wurde mir schlagartig klar, in welchem Zustand sich das Bildungssystem befindet. Frisch aus dem Ref. hatte ich noch ein paar Illusionen… dann wurde 2 1/2 Stunden fast ausschließlich über völlig elementare und strukturelle Probleme debattiert und abgestimmt. Probleme derart, die einem klar vor Augen führen, dass gute Arbeit definitiv so nicht möglich sein kann. Ich vergleiche das gern mit einem Haus, bei dem ein paar Ziegel ausgetauscht, das Fenster neu verkittet oder die Farbe für die Fassade erneuert wird, obwohl das gesamte Fundament nass und faulig ist und einem Neubau bedarf.
    Nach der Gewerkschaftssitzung unterhielt ich mich mit einem Bekannten, der dem Vorstand angehört und er versicherte mir mit ernster Mine, dass man oben nicht erfasse und verstehe, wie es unten zugeht (zB Stichwort Inklusion). Meine Folgejahre bestätigten den Eindruck, auf dieser Sitzung gewonnen, voll und ganz und brachten auch mich an den Rand der Verzweiflung, von dem ich mich zum Glück wieder zu entfernen wusste.

    Dass die Coronageschichte völlig abstruse Ausmaße annehmen wird, hat denke ich ein jeder kritisch Denkender vorhersehen können. Die Überrumpelungstaktik, mit der Maskenpflicht, Testzwang u.ä. eingeführt wurde, hat aber selbst mich fassungslos, wütend und vieles mehr gemacht.

    Als meine Klasse wegen eines + Antigen & später auch PCR Tests in Q musste, schrieb ich kritisch nachfragend an das Gesundheitsamt und habe bis heute keine Antwort erhalten. Das Telefongespräch mit einer Sachbearbeiterin (!) zog mir die Schuhe aus, da jene NUR abgedroschene Coronaphrasen auf Lager hatte. „Zum Schutze aller“, „das muss jetzt so gemacht werden“ etc. pp., „tiefgreifender können sie es nicht begründen?“ – fragte ich. Es ist und bleibt unfassbar.

    Die selbe politische Verfahrensweise, egal wo man hinsieht,… Kritiker einfach ignorieren, …Hoheitsanspruch wahrnehmen, der Hierarchie gemäß top down verordnen. Der ganze Mist bedarf jahrzehntelanger Aufarbeitung und einer ganzen Generation müssen wir den ins Ohr gepflanzten Wurm mühselig wieder herausziehen – bzw. was lerntheoretisch natürlich sinnvoller ist – zur Selbsterkenntnis verhelfen.

    Nach der Finanzkrise 2007 wartete ich Jahr für Jahr auf das große Ereignis mit der Sicherheit, dass es absehbar kommen wird. Dass es letztendlich diese Gestalt trägt, hätte ich nie für möglich gehalten und noch weniger, dass es zumindest zum überwiegenden Teil zu funktionieren scheint.

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  2. Was ich noch vergessen habe… in meiner Ref.zeit gab es vom Berliner Senat eine „Qualitätsoffensive“ im Bildungssektor. Es wurden XY Kriterien festgelegt, um die Schulqualität zu verbessern und zu sichern. Das ganze wurde u.a. damit evaluiert, dass Unterrichtsbesuche an Schulen durchgeführt wurden, aber (!) natürlich mit einer mind. einwöchigen Ankündigung vorab, sodass sich ein jeder darauf einstellen und wie einst im Ref. gelernt, sofern fähig, einen blitzblanken Unterricht präsentieren konnte. Im Nachhinein waren alle glücklich und zufrieden. Kollegen atmeten auf, dass jemand von außen mit ihrem Unterricht zufriedenen war und ihnen ein gutes Zeugnis ausstellte. Die Schulleitung bekam ein Pamphlet, das „guten Unterricht“ bescheinigte und alle waren glücklich, Senat, Schulleitung und Lehrer. Toll! …was wäre, hätte hier der Prüfer nicht selbst für ein gutes Ergebnis gesorgt?

    Die dem Virus in die Schuhe geschobenen „Lernschwächen“ sind meines Erachtens struktureller und grundständiger Natur. Sie resultieren aus über viele Jahre immer wieder tot-reformierten Bildungsentscheidungen, aus einer Inklusion, deren zum Gelingen notwendigen Rahmenbedingungen nicht geschaffen worden sind etc. pp. Nun können die hochgeachteten Entscheidungsträger auf den bösen Ball mit Noppen dran zeigen und müssen sich eigene Fehler nicht mehr eingestehen, welch ein Glück!

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